Spinnaker Handling


Segeln mit Spinnaker

Die Standard-VEGA muß mit den folgenden Extras ausgerüstet werden, um mit dem Spinnaker segeln zu können:
Spinnaker, Spinnakerbaum, Toppnant mit einem Block am Mast, Spinnakerbaumniederholer mit einem Block am Mastfuß, Spinnakerfall mit Block, zwei Schoten und Blöcke. Die VEGA ist bereits mit Spinnakerbaumschiene am Mast und Beschlägen für die Schotblöcke am Heck ausgerüstet.

Setzen des Spinnakers

Der Spinnaker kann nur bei leichtem Wind von zwei Crewmitgliedern gesetzt und geborgen werden. Normalerweise sollten es drei sein. Der Spinnakerbaumniederholer, die Schot und der Achterholer können vom Cockpit aus bedient werden. Alles andere muß an Deck ausgeführt werden.

1. Stecke den Spinnaker in den Segelsack, lasse aber die Schothörner und den Kopf heraushängen.

2. Lege den Segelsack auf die Leeseite des Vordecks und sichere ihn mit einer Sorgleine.

3. Nehme den Achterholer (Luvschot) außen an den Wanten entlang um das Vorstag und hake ihn an der Seereling fest.

4. Führe die Schot ebenfalls außerhalb der Wanten entlang und lege die Schot neben den Achterholer.

5. Führe den Baumniederholer durch den Block am Mastfuß und bringe das Ende zu einer Klampe im Cockpit.

6. Verbinde den Spinnakerbaum mit dem Traveller an der Mastschiene und lege das Ende Des Spinnakerbaumes auf der Luvseite neben das Vorstag auf dem Vordeck.

7. Schlage Toppnant und Baumniederholer am Baum an.

8. Heisse den Baum soweit auf, bis er horizontal hängt und nehme die Lose des Baumniederholers durch.

9. Schlage den Achterholer und die Schoot an den Schothörnern des Spinnakers an und hole ihre Lose durch. Verbinde gleichzeitig den Achterholer mit dem Baum.

10. Schlage das Spinnakerfall an.

11. Heisse den Spinnaker unter und hinter der Genua so schnell wie möglich auf. Hole das Segel nicht eher dicht, bis das Fall belegt ist.

12. Hole die Schot dicht, bis sich das Segel füllt, aber nicht mehr.

13. Hole den Achterholer soweit durch, bis er rechtwinklig zum scheinbaren Wind steht (Stander beachten).

14. Korrigiere die Position des Spinnakerbaumes so, dass der Baum senkrecht zum Mast steht.

15. Dabei muß vielleicht der Niederholer gefiert und das Toppnant dichtgeholt werden.

16. Berge die Genua und sichere sie an Deck.

Regeln zur Erinnerung
1. Der Spinnakerbaum muß im rechten Winkel zum scheinbaren Wind stehen.
2. Der Spinnakerbaum muß senkrecht zum Mast stehen.
3. Das Ende des Spinnakerbaumes sollte in gleicher Höhe wie die Schothörner stehen.
4. Das Segel sollte nie mehr als notwendig dichtgeholt werden, damit es gut zieht.
5. Hole die Schot dicht, wenn es eingefallen sein sollte.

Die Spinnakerhalse
1. Löse den Spinnakerbaum vom Mast und schlage das Ende an die „alte“ Schoot an.
2. Schwenke den Baum übers Schiff, löse den Achterholervom Baum und schlage das freie Ende des Baums an den Traveller am Mast an.
3. Schiffte den Großbaum
4. Trimme die Segel für den neuen Kurs.

Das Niederholen des Spinnakers

Der Spinnaker sollte immer im Lee des Großsegels oder eines Vorsegels niedergeholt werden. Die einfachste und sicherste Methode ist die, ihn ins Cockpit niederzuholen.

1. Fiere den Achterholer so, dass das Schothorn vor das Vorstag wandert.
2. Greife die Schot vom Cockpit aus.
3. Wenn der Spinnaker nicht sofort im Lee des Großsegels einfällt, muß der Achterholer solange gefiert werden, bis das Segel einfällt.
4. Hole die Schot dicht und fiere langsam das Spinnakerfall. Der Spinnaker wird Hand über Hand ins Cockpit gezogen.
5. Löse den Achterholer, um das Segel ganz in das Cockpit ziehen zu können.
6. Verstaue den Spinnaker im Segelsack. Lege den Baum zurück an Deck. Bereite den Spinnaker für das nächste Setzen vor.

Foto Creative-Commons: Scheurlen

Spibaumanschlag

Gesetzter symmetrischer Spibaum;
links: Anschlag am Mast;
Mitte: Toppnant und Niederholer (mittels Hahnepot angebracht);
rechts: eingeklinkte Luvschot (Achterholer) mit Schothorn des Spinnakers.































 





Das wichtigste Segel ist die Leichtwindgenua und danach ein Leichtwindspinnaker. Die maximalen Abmessungen des Spinnakers sind: Liek 9,34 m und Unterliek 5,58 m. Der Standardspinnaker der VEGA ist ein Kompromiß, ein Allroundspinnaker. Für leichten Wind braucht man einen möglichst leichten Spinnaker mit einem Tuchgewicht von 40 g/m2 oder weniger. Diese Spinnaker sollten bauchig sein und breite Schultern haben. Bei frischem Wind kann man mit einem flacheren und schwereren Spinnaker segeln und dabei noch höher an den Wind gehen.

Ein Spinnakerstagsegel ist nützlich. Das ist ein kleines bauchig geschnittenes Segel, das fliegend unter dem Spinnaker gesetzt wird und keine Verbindung mit dem Vorstag hat. Es kann dreieckig sein mit einer Basislänge von 4,65 m. Es besteht meist aus schwerem Spinnakertuch. Das Schothorn dieses Segels darf nicht über das LPG-Maß hinausgehen. Das Spinnakerstagsegel wird unter dem Spinnaker gesetzt, um den Wind auszunutzen, der sonst unter dem Spinnaker hindurchfließen würde. Es sollte so tief gesetzt werden, dass es den Spinnaker nicht stört.

Bei leichtem Wind ist es wünschenswert, mit einem bauchigen Großsegel zu segeln, nimmt der Wind zu, muß das Großsegel flacher gezogen werden. Regattagroßsegel sind deshalb mit einem Reißverschluß ausgestattet, der es ermöglicht, den Bauch des Segels genau zu bestimmen.

Das Standardtuch der VEGA beträgt für Großsegel, Fock Nr. 1, 2 und 3 250 g/m2 , für die Genua 230 g/m2 und für den Spinnaker 50-250 g/m2.


Auszüge Albin Vega Handbuch