Winterlager

Arbeitsliste Winterlager - Albin Vega 27 


Die Vorbereitungen für unser erstes Winterlager dauerten ca. zwei Tage.
Das Deck klar machen, Segel bergen, Motorwartung, Öl und Filter wechseln, Reinigung etc.
Am zweiten Tag, bei Ankunft am Kran die Kühlflüssigkeit einlassen.
Der Motor wird auf der kurzen Strecke nicht ausreichend warm. Das Thermostat öffnet nicht, und sollte deshalb vor dem Einlassen der Kühlflüssigkeit ausgebaut werden.
Der Mast wird zum Legen vorbereitet und vor dem Auskranen nur noch von den zwei Hauptstagen, Vorstag und Backstag gehalten. Sicherheitsringe und Splinte sind entfernt.


Vorbereitungen zum Kranen

Großbaumpersenning abnehmen, Großsegel hissen.
Beide Reffleinen ausziehen
Segel vom Baum lösen (Schraube vorn, Leine hinten)
Segel ein wenig senken, einige Läufer aus der Mastschiene laufen lassen.
Untere Segellatte ausziehen (Blockierband ein wenig ausziehen und wieder festmachen)
Segel nochmal ein wenig senken, 2te Latte ausiehen, usw, bis alle Latten entfernt sind.
Segel nach vorne aus dem Baum ziehen, auf dem Steg auffalten und einpacken.
Die Spanner der 4 Unterstage etwas losdrehen, dann die Splinte entfernen.
Die Ringsplinte der unteren Gabel entfernen, Bolzen rausziehen, Spanner von der oberen Gabel ganz abdrehen, Spanner und untere Gabel in die Kajüte legen.
Die 4 Unterstage an den Mast binden, z.B. mit dem Segelfall.
Backstag bleibt gelöst stehen.
Rodkicker vom Baum abnehmen, dazu beide Splinte entfernen und dann
beide Bolzen ausziehen. Die Bolzen und Splinte sofort zurückmontieren
um Verlust zu vermeiden.
Kabelstecker neben dem Mast losdrehen und Deckdurchführungen abdecken.
Decksstecker: mit Kontaktspray schützen, auch am Mast!
Wenn erwünscht, alle Leinen am Mast ausziehen, die Segelfallen ausgenommen.
Sprayhood abbauen, dazu alle Spannbänder lösen, die 2 Schrauben ebenfalls lösen. (Achtung Links-Gewinde, nicht ins Wasser fallen lassen).
Sprayhood zusammen falten.
Baum abnehmen und vorläufig in die Kajüte legen
Später bei liegendem Mast wird der Baum unter den Mast gehängt.
Holzgabel und Holzauflage am Bugkorb bereitlegen
Die Blockiersplinte der Spanner von den 2 Hauptstagen rausziehen.
Alle Leinen beidseitig des Bootes (vom Steg zu den Pfählen) abnehmen.
Abfahrt zum Kran, dazu 2 Leinen bereit halten. Anweisungen des Hafenmeisters folgen.


Motorwartung am Vortag

Motor warm laufen lassen.
Motoröl wechseln.
Ölfilter W77 wechseln.
Ölfilter entfernen (von Hand, mit etwas Schleifpapier umfassen, um rutschen zu vermeiden. Öl abpumpen, neuen Ölfilter von Hand anschrauben, frisches Öl eingießen (ca.3 l) und Ölpegel prüfen. Altöl und Filter bei der Sammelstelle abgeben.
Dieselfilter reinigen, Feinfilter / MANN WK 723/6 wechseln und entlüften.
Wasserabscheider reinigen.
Luftfiltersieb ausblasen, bei starker Verschmutzung mit Petroleum auswaschen. Sieb trocknen, mit Motoröl benetzen (nicht zu viel).
Alle Kabelkontakte und Steckverbindungen mit etwas Sprühöl schützen.
Akkus: Destilliertes Wasser auffüllen.


Direkt vor dem Kranen, noch im Wasser:

Festmachen.
Sofort Kühlwasserventil in der Bilge schließen.
Schlauch vom Ventil abnehmen.
Flügelschraube an der Steuerbordseite des Motors aufdrehen, damit das Wasser austreten kann, und wieder schließen. Alles mit warmen Motor.
Bei kaltem Motor: Das Thermostat ausbauen!
Sofort Kühlschlauch in Kühlflüssigkeit einführen und Motor laufen lassen, bis sich die Farbe des auslaufenden Wassers am Auspuffrohr entsprechend der Farbe der Kühlflüssigkeit ändert.
Motor stoppen. Seewasser-Ansaugschlauch wieder auf das Seeventil aufsetzen und mit zwei Schlauchschellen sichern.
Dieseltank füllen, ein wenig Anti Bakterien Diesel Additiv (Grotamar) zugegeben.
Das Boot aus dem Wasser heben und abstellen.
Eine Haushaltstreppe neben dem Boot aufstellen und hinein klettern.
Alle Ventile öffnen (auch vom Fäkalientank).
Alle Pumpen betätigen (Toiletten 2x, Küche 2x, Wassertank, Bilge).
Ein wenig Kühlflüssigkeit in die Toilette gießen.
Impeller von der Wasserpumpe ausbauen und kontrollieren.
Dazu die Flügel kräftig biegen. An der Flügelwurzel dürfen sich keine Haarrisse zeigen.
Impeller abziehen und die Rückseite markieren. Im Frühjahr (auf die Rückseite
achten) linksdrehend einrasten lassen. In der Regel jedes Jahr ersetzen, nur Original-Teile verwenden.
Mit Fettpresse Getriebenippel am Kombigehäuse (Backbordseite) ein wenig schmieren.


Winterlager


Arbeiten am Rumpf:

Propellergehäuse, Schraube ausdrehen, Nippel aufschrauben und schmieren, nicht zu viel Druck geben, leicht pressen um das Ausdrücken der Simmerringe innerhalb des Kombigehäuses zu vermeiden. Schmiernippel wieder durch den Blindstopfen ersetzen.

Mit Hilfe eines breiten Schraubenziehers die Kielschraube (Steuerbordseite) ausdrehen und sorgfältig aufbewahren (die Schraube hat ein konisches Feingewinde).

Lampen abbauen , Relingstopfen bereitlegen.


Winterplane anbringen:

Lampen am Mast und Bugkorb abnehmen.
Antenne, Dreifarbenlicht und Windex abnehmen.
Oben an der Mastbrücke die 2 Muttern abnehmen. Die Mastbrücke ein wenig abschieben, damit die Katrollerwellen sichtbar werden. Die Wellen einzeln abnehmen, schmieren und wieder zurück montieren. Brücke wieder festmachen.
Saling nach unten kippen.
Alle abstehenden Teile auf dem Boot abdecken (Lappen, Plastik verwenden)
Alle 6 Relingstützen abnehmen (der Relingdraht kann bleiben). Champagnerkorken in die Relingfüße stecken, ausgenommen die beiden auf dem Vorderdeck: hier werden, um ein Durchscheuern der Plane zu vermeiden, spezielle Kunststoff-Plastikröhrchen rein gesteckt und festgeschraubt.
Die zwei Batterien (Starter/Blei + Versorger/Gel) von Plus nach Plus verbinden. Das 230 V Kabel ausrollen und anschließen. Nicht vergessen: die Batterie-Verbindung im Frühjahr wieder abnehmen, bevor der Motor angelassen wird, um Schaden an der Lichtmaschine zu vermeiden.

2 Luftentfeuchter aufstellen.

Winterplane (ABE Trading GmbH) anbringen.


Kosten:

Huizen / NL kostete der Liegeplatz an Land von November 2014 bis April 2015 ca. 550€ inkl. Kran und Mastlegen.

La Roche Bernard / FR von Oktober bis April ca. 700€ ohne Mastlegen.

Im Frühjahr:

Arbeiten am Rumpf, Antifouling.

Kiel-Bilge-Ablaufschraube am Rumpf wieder eindrehen.
Seeventil/Kühlwasserventil öffnen.
Thermostat und Impeller einsetzen.

Rein ins Wasser.
Motor starten.
Dichtigkeitskontrolle.

Etwas Fett vorsichtig in die Stopfbuchse pressen.
Bei Ölschmierung Ölvorrat der Stopfbuchse auffüllen.
Alle Splinte kontrollieren bzw. sichern.


Alternativ:

Folgende Methode empfiehlt die Vega Klassenvereinigung.
Am Heck wird unter den Auspuff ein Eimer gehängt.
Ggf. ein Stück Gewebeschlauch in den Auspuffdurchlass stecken.
(Das hilft auch sehr gut gegen ein verrußtes Heck.)
Der Thermostat wird ausgebaut.
Der Kühlwasser-Ansaugschlauch wird vom Seeventil abgezogen und in einen zweiten Eimer gehängt. Alternativ kann man Frostschutz auch direkt aus dem Behälter saugen lassen, aber festhalten, fällt gerne um.
Es werden ca. 7,5 Liter Kühler-Frostschutz benötigt.
Den Dekompressionshebel öffnen.
Den Motor drehen lassen.
Der Frostschutz wird in den Motor gesaugt und gelangt in den dicken Auspuff. Darin ist noch Restwasser. Damit vermischt sich der Frostschutz und gelangt in den Eimer am Heck.
Hier mit einem Frostschutzprüfer die Konzentration messen. Wenn der Schutz bis -25° reicht, ist im Motor mit Sicherheit genügend Frostschutz.

Seewasser-Ansaugschlauch wieder auf das Seeventil aufsetzen und mit zwei Schlauchschellen sichern.

Toilette: Leerpumpen, alle Wasserreste mit einem Schwamm aufnehmen oder einem Nasssauger.

Bilge: Leerungsschrauben öffnen und leerlaufen lassen, oder Bilge mit einem Nasssauger trocken saugen.

Wassertank: Leerpumpen. Wer möchte, zwei Flaschen preiswerten Korn in den Tank kippen und mit der Pumpe in die Schläuche saugen.
Akkus: Destilliertes Wasser auffüllen.


Batteriepflege: Empfehlung des Herstellers.
Gut aufladen und abhängen. Vor Inbetriebnahme im Frühjahr erneut aufladen.